Traveplatz

Ein Kleinod im Häusermeer

Der Traveplatz ist eine alte Platzanlage, die mehrfach umgestaltet worden ist. Ich bin sehr oft mit der Tram M13 am Traveplatz vorbeigefahren. Irgendwann habe ich beschlossen ihm einen Besuch abzustatten.

Als ich meinen ersten Rundgang in diesem Park machte, war ich angenehm überrascht. Er bietet wie viele andere solcher kleinen Innenstadtparks Liegewiesen als auch Möglichkeiten für sportliche Betätigung und einen Kinderspielplatz. Was mich aber besonders faszinierte, war, dass im Bereich der Grünflächen am Rande zur Einzäunung, welche Mitte des letzten Jahrzehntes erfolgte, Bäume und Büsche gepflanzt wurden. Somit ergibt sich eine heimelige Atmosphäre, die der Entspannung sehr zuträglich ist. Obwohl von Strassen umringt, ist der Strassenlärm – ausser der Tram – kaum wahrnehmbar. Da der Platz relativ unbekannt ist, wird er primär von den Anwohnern genutzt. Dies hat den grossen Vorteil, dass er im Gegensatz zum Boxhagenerplatz nicht von Touristen überflutet ist, was der Ruhe sehr zuträglich ist. Inzwischen sitze ich hier oft und gerne auf einer Bank, schaue dem Treiben zu und habe immer Lesestoff dabei.

Zwei Orte im Park fielen mir bei diesem ersten Erkundungsgang gleich auf. Der erste ist die Planschstelle im Zentrum des Grünbereiches, bei dem ein grösserer Stein als Wasserspender dient. Hier vergnügen sich natürlich die kleinen Besucher mit ihren Müttern manchmal auch mit ihren Vätern. Der zweite ist die Skulptur am südwestlichen Ausgang. Da kein Hinweisschild bezüglich des Künstlers und der Bezeichnung zu finden war, taufte ich sie die „Denkerin“. Inzwischen habe ich beides herausgefunden. Es ist die "Sitzende" von Siegfried Krepp.

Dieser Park bietet einen weiteren Pluspunkt. Die Nähe zwischen Ruhe und Großstadtgefühl. Innerhalb von fünf Fußminuten ist man von der quirligen Frankfurter Allee in diesem idyllischen Park und wieder zurück.

von Volker R.
Volker R. wurde in der Pfalz geboren. Aus verwandtschaftlichen Gründen kennt er Gesamt-Berlin seit seiner Kindheit durch viele Besuche. Seit 1991 lebt er aus beruflichen Gründen in Berlin. Zuerst wohnte er etliche Jahre im Bezirk Kreuzberg und zog dann über die Spree in den Bezirk Friedrichshain. Dies ermöglichte ihm, sowohl einen westlichen als auch einen östlichen Bezirk in den ersten Jahren nach der Wende intensiv kennen zu lernen.

Wegbeschreibung
S+U-Bahnhof Frankfurter Allee zu Fuß 2-3 Minuten zur Tramhaltestelle Frankfurter Allee; Tram M13 (Richtung S-Bahnhof Warschauer Straße) oder Tram 16 bis zur Haltestelle Scharnweberstr./Weichselstr.; die Scharnweberstrasse überqueren und in die Müggelstrasse einbiegen und bis zum Traveplatz gehen, ca. 2-3 Minuten