Plakatwand an der Mauer des RAW Geländes

Auftraggeber haften für ihre Erfüllungsgehilfen (Special Totale Mondfinsternis)

Jetzt am 27.07.2018 um 22.21 haben wir gerade eine Totale Mondfinsternis, die längste in diesem Jahrhundert. In einigen Gegenden sollen plötzlich Millionen Insekten aus dem Nichts aufgetaucht sein.


Die Plakatwand gehört wohl mit zu den längsten in Berlin und erstreckt sich von der Revalerstraße / Ecke Modersohn bis zur Warschauer / Ecke Revaler. Wenn ich in der Gegend bin, bringe ich mich dort immer auf den neusten Stand was Kultur und Konzerte in Berlin angeht. Ich habe die Plakatwand immer als Freiluftkunstgalerie betrachtet wegen der vielen verrückten, genialen Plakate von unbekannten Künstlern. Was für ein großes künstlerisches Potential birgt doch unsere Stadt.
Für viele aufstrebende Maler und Graphiker ist es eine unkomplizierte Möglichkeit, die Öffentlichkeit zu erreichen ähnlich wie bei Street Art. Leider hat die künstlerische Vielfalt in der letzen Zeit erheblich abgenommen. Es wirkt alles irgendwie steriler. Wilde Plakatiererei wird wohl rigeros bestraft. Viele kleine Klubs können sich das nicht mehr leisten und müssen sich auf das Internet verlassen. Das kann ja schon mal 20 € für ein Plakat pro Tag kosten. Ständig musste ich sehen, wie frische Plakate abgekratzt worden sind. Große Flächen der Plakatwand werden jetzt von der Mercedes Benz Arena, der Philharmonie oder MC Donalds eingenommen. Überall sind gelbe Aufkleber mit einem bösen Spruch zu sehen.

Das war vor ein paar Jahren noch anders. Durch einen kleinen Zettel wurde ich auf ein Openairmetalfestival in einem Jugendklub am Dämeritzsee in Erkner aufmerksam gemacht (Krach am See). Ich radelte hin, weil ich noch nie in Erkner war und wurde auf dem Gelände von den Kids zwischen 16 und 21 wegen meines Alters neugierig beäugt. Es war aber trotzdem OK. Solche kleinen Klubs dürfen dort heute nicht mehr gratis plakatieren, was ich schade finde.

Von den Künstlern auf den Plakaten kann ich eigentlich nur mit Flake (Keyborder von Rammstein) und La Brass Banda (bayrischer Heimatsound mit Jazzeinflüssen) was anfangen.
Außerdem kann ich noch das alinae lumr Festival empfehlen, welches in Storkow stattfindet. Vor zwei Jahren bin ich da mal hingeradelt, wobei ich die Entfernung total unterschätzte und mich auch noch verfuhr. Aber trotzdem als Radtour sehr zu empfehlen, wegen den zahlreichen Seen und Wehren, die man passiert. Es ist eine gute Gelegenheit, die Umgebung von Berlin kennenzulernen.
Die Veranstalter des alinae lumr verlassen sich wohl voll auf das Internet bei dem blassen nichtssagenden Plakat, wo noch nicht einmal der Veranstaltungsort drauf ersichtlich ist.
Bei dem Festival wird die ganze Kleinstadt Storkow, die wirklich sehr, sehr klein ist, einbezogen. Es gibt Konzerte auf dem Marktplatz, auf der Burg, in der Kirche und besonders romantisch am Flutgraben. Vom Altersdurchschnitt sind die Leute so von 17, 18 bis Mitte Zwanzig, Anfang Dreißig.

von Tanja

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