Biosupermarkt in der Skalitzer

Hungrige Leute in Berlin VIII, Die Schreiberin dieser Zeilen verteilt Wohltaten und hofft auf Fürsprache bei höheren Wesen

Ich bitte darum, das hier alles nicht so bierernst zu nehmen. Im nachfolgenden Text geht es nicht nur um solche kulinarische Highlights wie Pizza Funghi, sondern unter anderem auch um Bauarbeiter ohne Angst vor cholesterinreicher Ernährung, um kleine, dicke, braungebrutzelte Wendeverlierer, um nicht sehr vertrauenserweckende Gestalten im Park, Linsensuppenjunkies, schlechtgelaunte Verkäufer, die Latte Macciatomisere in Berlin, um Kartoffelpuffer, die entgegen aller Vermutungen doch Kartoffeln enthielten und darum, wie die Protagonistin hofft, mit guten Taten ihre Schutzengel günstig zu stimmen.

Die kulinarische Reise hat 10 Etappen und beginnt bei der alten Freibank an der Landsberger und endet an der Wahrschauer Straße. Es geht nur um das Thema Nummer 1, nämlich Essen in Berlin.

Später auf dem Heimweg schenkte ich der Sinti- bzw. Romafrau, die dort schon jahrelang auf den Stufen vor der Post an der Skaltizer Straße sitzt, auch ein paar Bioknacker und ein paar von den Superbrötchen. Normalerweise habe ich ihr sonst meist Freitag Nachmittag, wenn ich von der Arbeit kam und in Wochenendlaune war, auf ihren Wunsch hin immer einen Latte und ein Baguette im Biosupermarkt an der Skalizer Straße ein paar Meter weiter geholt. Aus Dankbarkeit über diese Wohltat, hat sie hoffentlich ein paar Zaubersprüche gemurmelt, die mich vor aggressiven Autofahrern und Fahrraddieben schützen. Wenn sie schon mal dabei ist, könnte sie gleich auch in Gelddingen für mich ein gutes Wort bei den Geistern einlegen. Das habe ich natürlich nicht ernst gemeint, aber immerhin stammt sie aus ja einem Volk, das neben Flamencosängern (Paco de Lucia ist auch ein Gitano, wie die spanischen Rom genannt werden) auch viele Wahrsagerinnen und Handauflegerinnen hervorgebracht hat. Bei Gürtelrose funktioniert das ja auch.

von Tanja

Wegbeschreibung
Durchfuttern in Berlin
Für Fahrradfahrer mit Zeit
Die kulinarische Reise beginnt bei Nr. 1 an der ehemaligen Freibank Landsberger Allee Ecke Hausburgstraße (Erinnerung an hungrigere und schlankere Zeiten), dann wird die Landsberger links in Richtung SEZ runter gefahren, es wird links in die Petersburger eingebogen und auf der anderen Straßenseite befindet sich in der Petersburger 92 die Nr. 2 das Kiezcafe (als es noch in der Wühlischstraße war, habe ich dort 2001 gekocht). Dann geht es geradeaus über die Frankfurter, die Warschauer Straße runter bis zu Nr. 3 dem Bäcker in der Rewekaufhalle (der Latte ist hier noch schmackhaft und bezahlbar), man überquert die Warschauer Straße, geht auf der anderen Seite die Revaler runter, biegt rechts in die Modersohnstraße, überquert die Modersohnbrücke und dort ist Nr. 4 die Fleischerei Niemann (Bockwurst 1,20 €). Danach biegt man rechts in die Stralauer ein und überquert links die Oberbaumbrücke. Dann geht es die Skalitzer Straße geradeaus bis zum S- Bahnhof Schlesisches Tor zur Nr. 5 dem Pizzabäcker und dem Linsensuppenimbiss. Dann geht es geradeaus die Skalitzer runter bis zum Kotti, dort wird links abgebogen und den Kottbuser Damm bis zum Hermannplatz zu Nr. 6 (türkische Pasten und Deutsche Hausmannskost) hochgefahren. Bei Karstadt (Kartoffelpuffer) wird rechts in die Hasenheide eingebogen. Es geht geradeaus bis zum Mehringdamm am Südstern vorbei. Dort wird die Straße überquert. Von der anderen Straßenseite geht es rechts in die Yorkstraße ab. Dort befindet sich in der Yorckstraße 76 die Nr. 7, der Feinkostladen Landkost (Superbrötchen). Dann geht es wieder zum Mehringdamm zurück und man biegt links in Richtung Kreuzberg ein. Am Gitschiner Ufer wird rechts eingebogen und in Richtung Oberbaumbrücke gefahren. Vor dem Biosupermarkt auf der linken Seite der Skalitzer ist Station Nr. 8 (hungrige Straßenzeitungsverkäuferin). Dann geht es über die Oberbaumbrücke die Warschauer Straße runter bis zum Narvagelände, das sich rechterhand der Straße von der Kreuzung Stralauer Ecke Warschauer bis zum S- Bahnhof Warschauer Straße erstreckt. Dort ist Station Nr. 9 (ehemalige Narvakantine). Ein Stückchen weiter die Warschauer hoch befindet sich am S- Bahnhof Station Nr. 10 (dort war bis vor kurzem der Bratwurstimbiss Hahnfeld). Endstation